LEBENSLINIEN - Begegnung mit Liese Fischer 

Projektname: Zeitzeugenprojekt LEBENSLINIEN 05. Deutsch-jüdische Familiengeschichten 

Träger: Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben

Kategorie: Matinee und Workshop

Fördersumme: 4.000,00 €

Weitere Informationen:
www.jkmas.de/2012/10/lebenslinien-es-ist-ein-harteslos-das-uns-getroffen-hat/
www.jkmas.de/2012/10/lebenslinien-es-ist-ein-harteslos-das-uns-getroffen-hat-2/#more-4060
www.jkmas.de/2012/08/band-5-lebenslinien/
 

Am 4.11.12 fand im S´ensemble Theater in der Kulturfabrik eine Matinee mit der Zeitzeugin Liese Fischer, geb. Einstein, statt. Sie ist die Protagonistin des fünften Bandes der Reihe „LEBENSLINIEN – Deutsch-jüdische Familiengeschichten“.

Liese Fischer wurde 1925 in eine angesehene jüdische Familie hineingeboren. Ihr Vater war zusammen mit sechs seiner sieben Brüder Inhaber der Firma Gebrüder Einstein in Kriegshaber, die bis zur NS–Machtübernahme eine der führenden Viehhandels-firmen in Bayerisch-Schwaben war.

Trotz intensiver Bemühungen gelang es Lieses Eltern nicht mehr, die ganze Familie vor der Gewaltherrschaft des NS–Regimes in Sicherheit zu bringen. Nur Liese und ihr Bruder fanden ein Exil. Sie konnten im Sommer 1939 noch mit einem Kindertransport nach England emigrieren. Nach dem Krieg ging Liese Fischer in die USA. Für die Matinee reiste sie aus ihrer heutigen Heimat Silver Spring, Maryland, USA an.

In den folgenden drei Tagen fanden Workshops für Schulklassen statt. Sie ermöglichten Jugendlichen, mit Liese Fischer persönlich über ihr Leben und über die Geschichte ihrer Familie ins Gespräch zu kommen. Zunächst setzten sich die Schulklassen selbstständig mit Texten, Fotos und Dokumenten aus dem Familienbesitz auseinander, um später fundiert Fragen stellen zu können. Die anschließende Diskussion schien endlos zu sein. Die SchülerInnen zeigten großes Interesse an der Lebensgeschichte von Liese Fischer und hatten zahlreiche Fragen vorbereitet.

Liese Fischer ließ sich auch einen Besuch ihres ehemaligen Heimatortes Kriegshaber nicht entgehen.

Das Projekt schaffte eine gezielte Auseinandersetzung mit der deutsch – jüdischen Geschichte und der NS – Vergangenheit. Vor allem die authentisch vorgetragene Geschichte der Zeitzeugin weckte das Interesse der Schülerschaft.

Die große Besucherzahl von 195 AugsburgerInnen spricht für den Erfolg des Projektes, das aus Mitteln des Bundesprogrammes TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN gefördert wurde.