Interaktive theatralische Installation: Paron 11/ Gleis 11 

Projektname: Paron 11//Gleis 11.
Interkulturelle theatralische Installation.
Ein Erfahrungsparcours.

Träger: KarmaN e.V., Verein zur Förderung interkulturellen Austauschs

Kategorie: Theater / Installation

Fördersumme: 4.560,50 €

Weitere Informationen:
www.bluespotsproductions.com
www.bluespotsproductions.com/node/25
 


Wie ist das eigentlich, wenn man als Nicht-Deutscher in Deutschland ankommt, um dort zu arbeiten? Wie kann man sich das vorstellen? Um die Erfahrung des Ankommens in der Fremde näher zu bringen, wurde als Einstieg in eine Fotoausstellung zum 50jährigen Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens ein Erfahrungsparcours erstellt.

In vier Räumen sollte den BesucherInnen das Eintauchen in eine unbekannte Welt simuliert werden, beispielhaft wurde eine Ankunft in der Türkei nachgestellt. Dazu gehörten eine medizinische Untersuchung, bürokratische Herausforderungen, kulturelle Andersartigkeit mit Bildern, Videos, Audioeinspielungen und Gerüchen, sowie Sprachenlernen und nicht zuletzt: Arbeiten an einem Webstuhl. „Deutschen“ sollte ein Perspektivwechsel ermöglicht werden, sie sollten selbst erfahren können, wie es sich anfühlt, nicht zu verstehen, was man von ihnen will und was sie tun sollen.

Der Aufbau des Parcours wurde nicht auf der Basis von Einzelerfahrungen oder Meinungen konzipiert, sondern fußte auf Interviews von 15 türkischen Einwanderern (damalige „Gastarbeiter“) und den gemachten Erfahrungen und Eindrücken bei einer Recherchereise. Im Sommer 2011 reisten die beiden Regisseure Petra Leonie Pichler und Alexander Vos nach Istanbul und versuchten herauszufinden, wie es ihnen dort als Arbeitssuchenden gehen würde. Sie kamen zurück mit Dokumenten aus der Botschaft, Gesprächen mit ehemaligen Gastarbeitern, Infos aus dem schwer zu findenden Arbeitsamt, sowie Foto- und Videomaterial. Weil mit dem Projekt das Grundthema der Erinnerungskultur an die Beiträge von MigrantInnen zur Stadtgeschichte Bearbeitung fand, wurde das Projekt vom Bundesprogramm TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN unterstützt. Die geschaffenen Grundlagen halfen dabei, eine Installation zu entwerfen, die Verständnis für und Identifikation mit Eingewanderten und Einwanderern ermöglicht und damit auch Geschichte erfahrbar macht. Denn Toleranz ist nicht nur eine Sache des Wissens, sondern vor allem auch der Emotionen und Erfahrungen.